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Kein klarer „Ozempic‑Knick“ für OTC‑Abnehmprodukte

Die Frage, ob Ozempic einen „Pillen‑ähnlichen“ Marktknick bei Abnehmprodukten ausgelöst hat, lässt sich mit den vorliegenden Daten verneinen: Es gibt Verschiebungen in Sichtbarkeit, Werbekosten und Marktanteilen, aber keinen flächendeckenden Einbruch.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Kein eindeutiger, umfassender „Ozempic‑Knick“ bei OTC‑Abnehmprodukten erkennbar.
  • Apotheken‑Sichtbarkeit ist volatil, pendelt im Durchschnitt bei rund 20%.
  • CPCs für relevante Suchbegriffe haben sich seit 2023 fast verdoppelt — mehr Anbieter im Markt.
  • Formoline zeigt Absatzwachstum 2026; Orlistat‑OTC weist einen leichten Rückgang über die letzten Jahre auf.
  • Neue Geschäftsmodelle (Rezept + Lieferung, Produktvergleiche) gewinnen an Sichtbarkeit und rechtlicher Brisanz.

Kurzfassung der Marktbeobachtung

Der mediale Hype um Ozempic und ähnliche Wirkstoffe hat das Marktinteresse erhöht. Prominente Beispiele und Berichterstattung führten zu erhöhter Wahrnehmung, doch die verfügbaren Indikatoren zeigen keine einheitliche Disruption vergleichbar mit dem historischen „Pillenknick“.

Als Hinweis auf Marktveränderungen wird in Publikationen die Insolvenz von Weight Watchers genannt; dies ist jedoch kein Beleg für einen flächendeckenden Absatzrückgang bei OTC‑Produkten.

Sichtbarkeit und Hersteller‑Verschiebungen

Im Apothekensegment ist die Online‑Sichtbarkeit seit einiger Zeit volatil, im Durchschnitt bei etwa 20%. Innerhalb dieses Segments verändern sich Marktanteile: Orlistat verlor zeitweise an Sichtbarkeit, wodurch Formoline Marktanteile gewinnen konnte. Vor einem Sichtbarkeitsrückgang war ratiopharm stark vertreten; aktuell zeigt Hexal Führungstendenzen.

Außerhalb des Apothekenmarktes verschieben sich Anteile stärker, neue Produktgattungen (Kapseln, Shakes, Säfte) und neue Anbieter erscheinen, während andere verschwinden. Der Anbieter „n1“ erreicht wiederholt gute Sichtbarkeit.

Werbeökonomie: CPC und Wettbewerbsdruck

Die Kosten pro Klick (CPC) für relevante Suchbegriffe haben sich seit 2023 nahezu verdoppelt. Das deutet auf intensiveren Wettbewerb und eine höhere Zahlungsbereitschaft verschiedener Anbieter hin. Insgesamt spricht dieser Trend für ein wachsendes Interesse von Marktteilnehmern, nicht für einen Rückzug.

Der Listenpreis von Ozempic wird in der Analyse mit etwa 250 EUR für zwei Wochen angegeben — ein Faktor, der die Erreichbarkeit für breite Konsumentengruppen relativiert und eine rationale Erklärung dafür liefern kann, warum kein vollständiger Markt‑Knick stattgefunden hat.

Absatzentwicklung und Handelsfolgen

Die reinen OTC‑Absatzdaten zeigen kein einheitliches Bild: Formoline verzeichnet Wachstum in 2026, unter anderem durch Mehrfach‑Packungen. Orlistat‑OTC weist über die letzten Jahre einen leichten Absatzrückgang auf. Einzelne Händler wie Rossmann haben das Potential von Formoline erkannt; dm‑med ist zwar im Sortiment sichtbar, aber noch nicht aktiv auf Google Shopping.

Parallel steigen Angebote, die Verschreibung und Lieferung kombinieren, sowie sichtbare Produktvergleiche (z. B. treated.com). Diese Modelle verändern Go‑to‑Market‑Optionen und bergen rechtliche Fragestellungen für Händler und Plattformbetreiber.

Fazit

Fazit: Die Daten sprechen gegen einen klassischen „Ozempic‑Knick“ bei OTC‑Abnehmlösungen. Vielmehr sehen wir Marktverschiebungen: veränderte Sichtbarkeiten, steigende CPCs, selektives Absatzwachstum (Formoline) und leichten Rückgang bei Orlistat. Entscheider sollten diese Indikatoren nutzen, um Sortiment, Paid‑Search‑Budget und neue Vertriebsmodelle strategisch zu prüfen.

Vollständige Analyse als PDF

Das PDF kann hier geöffnet werden.