Fake Vergleichsseiten sind Advertorials, die sich als neutrale Vergleichs- oder Testportale ausgeben und so Einfluss auf Markenwahrnehmung und Kaufentscheidungen nehmen. Unsere Analyse zeigt, wie verbreitet diese Praktiken im Gesundheits- und Apotheken-Umfeld sind und welche Kennzeichnungs- und Reichweitenfragen sich daraus ergeben.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Advertorials erscheinen oft seriös (Logos, Testinszenierung) und können als Testsieger Produkte prominent platzieren.
- In Prosooms Auswertung finden sich über 650 Advertorial-Vergleichsseiten; sie sind nur 1,8% der beworbenen Seiten, erzielen aber besonders bei generischen Keywords deutlich höhere Klickanteile.
- Rund 25% der untersuchten Advertorials verzichten auf eine klare Werbekennzeichnung; 7,5% nennen Stiftung Warentest.
- Einzelne Marken (z. B. Vitamoment) werden auffällig häufig genannt; das beeinflusst Sichtbarkeit und Customer Journey.
- Entscheider sollten Paid-Search- und Affiliate-Landschaften überwachen und gezielt Gegenmaßnahmen planen.
Fake Vergleichsseiten: Reichweite und Kennzeichnung
Prosoom hat Google-Werbeanzeigen mit Gesundheitsbezug seit dem 01.12.2025 ausgewertet. Dabei wurden über 650 Advertorial-Vergleiche und -Tests identifiziert. Diese Seiten machen zwar nur rund 1,8% aller beworbenen Seiten aus, erzielen aber bei generischen Keywords ein bis zu siebenmal größeres Klickvolumen.
Die Kennzeichnung als Werbung fehlt in etwa 25% der Fälle. Zudem binden etwa 7,5% der Seiten Ergebnisse oder Hinweise auf Stiftung Warentest ein. Einzelne Hersteller werden auffällig häufig genannt: In der Analyse liegt Vitamoment mit 207 Nennungen vorne, gefolgt von weiteren Marken wie Doppelherz.
Warum Advertorials funktionieren
Diese Seiten wirken bewusst seriös: Logos, angebliche Expertenmeinungen, Formatierungen à la Verbraucherportale oder Warentests sowie nationale Symbole erzeugen Vertrauen. Häufig werden Autoren mit persönlichem Touch eingesetzt – teils fiktiv, teils nicht klar ersichtlich – was Glaubwürdigkeit simuliert.
Monetär arbeiten viele Seiten mit Affiliate-Links oder sogenannten BuyButtons, wodurch Betreiber sowohl an den Empfehlungen als auch am Verkauf verdienen können.
Risiken für Marken und Customer Journey
Advertorials können die Wahrnehmung einer Marke verzerren, wenn Produkte als vermeintliche Testsieger hervorgehoben werden. In vielen Vergleichen ist der angezeigte ‚Testsieger‘ dramaturgisch in der Mitte positioniert; das beeinflusst Klick- und Kaufpfade.
Marken laufen Gefahr, durch nicht klar als Werbung gekennzeichnete Inhalte Vertrauen zu verlieren oder Traffic und Sales über Drittseiten zu verlieren. Die Auswertung zeigt exemplarisch, dass einzelne Hersteller auf hunderten Advertorial-Seiten vorkommen – ein Hinweis auf signifikanten Einfluss auf die Customer Journey.
Praktische Schritte für Entscheider
Empfehlungen für Marken im E‑Commerce, Digital- und Pharmabereich:
- Monitoring: Keywords, Paid-Search-Platzierungen und Affiliate-Umfelder regelmäßig überwachen.
- Reputationsprüfung: Auffällige Vergleichsseiten (z. B. Weiterleitungen zu D2C-Shops) identifizieren und rechtlich prüfen lassen.
- Markenschutz: Marken-Nennungen tracken und unlautere Verwendungen dokumentieren.
- Gegenmaßnahmen: Eigene Content- und Advertising-Strategien schärfen, um vertrauenswürdige Informationen sichtbar zu platzieren.
- Reports anfordern: Für eine markenspezifische Auswertung bietet Prosoom individuelle Reports mit Nennungszahlen und URLs an.
Für die Prosoom-Auswertung kann man auf LinkedIn kommentieren: „Fake-Vergleichsseiten-Report von Prosoom“; für weitergehende Insights steht William als Kontakt zur Verfügung.
Fazit
Fake Vergleichsseiten sind in der Gesundheits- und Apothekenkommunikation ein relevanter Faktor: Sie sind zahlenmäßig nicht dominant, erzielen aber überproportional viele Klicks und beeinflussen die Customer Journey. Entscheider sollten Monitoring, Markenschutz und gezielte Content-Strategien priorisieren. Für konkrete, markenspezifische Auswertungen bietet Prosoom individuelle Reports an (Kommentar auf LinkedIn: „Fake-Vergleichsseiten-Report von Prosoom“).